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Vom Überblenden zur programmierten
Multimedia-Diashow

Der Autor besitzt eine Rolleivision twin MSC330P samt Zubehör, sowie das Diasteuer-Programm m.objects. Was sich hinter dem Produktnamen verbirgt und welche Möglichkeiten sich bieten, schildert dieser Bericht.

Inhaltsverzeichnis

Vergleich mit herkömmlicher Diashow
Überblendung
Steuerung von Rolleivision
Dia-Steuerprogramm von Rollei
Dia-Steuerprogramm m.objects
Musik und Untermalung
PC-unabhängige Vorführung



Vergleich mit herkömmlicher Diashow

Viele kennen das Problem: Das Anschauen von Dias ermüdet rasch. Dafür kann es mehrere Gründe geben, z. B.:

Die Dunkelphase kann verhindert werden, wenn Dias überblendet werden können. Nicht nur, daß so eine Diashow wesentlich weniger anstrengend ist, es wird die Anzahl der Dias auch auf weniger geschätzt. Wie oben zu ersehen ist, garantiert das zwar alleine keine ermüdungsfreie Diashow, ist aber eine wichtige Voraussetzung dazu.

Hinzu kommt, daß durch die Überblendung interessante Effekte entstehen. Es wird dabei ein Bild abgeblendet und währenddessen das nächste Bild aufgeblendet. Dazwischen entsteht ein weiteres Bild, welches als das Dritte Bild bezeichnet wird. Natürlich gibt es nicht nur ein Bild, sondern mehrere Bilder dazwischen, je nach Fortschritt der Überblendung.

Für die Überblendung werden normalerweise 2 Projektoren und ein Steuergerät benötigt. Die Projektoren werden untereinander (spezieller Projektionstisch erforderlich) aufgestellt und müssen mit dem Steuergerät (erfordert 3. Stellfläche) verkabelt werden. Die Dias müssen in der gewünschten Reihenfolge abwechselnd in 2 Kassetten aufgeteilt werden.

Dagegen bietet der Rolleivision folgende Vorteile:

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Überblendung

Bei der Überblendung wird unterschieden zwischen einer weichen und einer harten Überblendung, auch Cut genannt. Eine sehr weiche Überblendung erstreckt sich von 5 - 10 Sekunden, eine mittlere etwa 2 Sekunden, ein Cut dauert etwa 0,5 Sekunden.

Ob sich zwei Bilder für eine weiche Überblendung eignet, muß natürlich im Einzelfall entschieden werden. Generell eignen sich Bilder dazu, wenn

Porträt- und Architekturaufnahmen eignen sich weniger für weiche Überblendungen. Doch auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme. Durch Überblendung eines Seiten- in eine dunkle Stelle eines Frontalporträts entsteht zwischendurch ein interessantes Doppelporträt. Auch können Überblendungen bei Aktfotos durchaus reizvoll sein.

Ideal wäre nur Hoch- oder Querformat zu verwenden. Wenn man wie der Autor ein Fan von Hochformat ist, kann man einem Wechsel zwischen beiden Formaten nicht vermeiden. Er sollte jedoch möglichst selten erfolgen und dann mit einem Cut.

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Steuerung von Rolleivision

Der Rolleivision kann sowohl händisch als auch programmiert gesteuert werden. Die händische Steuerung erfordert keinen Zusatzaufwand. Die mittlere Überblendzeit von 2 Sekunden ist voreingestellt. Wenn man das Folgebild kennt, kann auf einen Cut oder eine weiche Überblendung von 6 Sekunden umgestellt werden. Auch kann während der Überblendung der Zustand eingefroren werden, um das 3. Bild genauer betrachten zu können. Beim letzten Bild ist eine weiche Überblendung empfehlenswert, um langsam in die Dunkelheit auszublenden.

Bei der programmierten Steuerung gibt es mehrere Vorgangsweisen. Je nach Komfort und Gestaltungsmöglichkeit ist dies jedoch viel aufwendiger. Der Vorteil liegt darin, daß vor allem die Überblendung vorher optimal festgestellt werden kann. Dazu kommt die Möglichkeit von Sondereffekten, wie Einfrieren des 3. Bildes, Ein- und Ausblenden in ein bestehendes Dia, Flashen eines Bildes in ein bestehendes Dia, Schaukeln zweier Bilder (abwechselndes Ein- und Ausblenden beider Dias). Auch kann die Reihenfolge der Dias variiert werden. So kann auch ein Dia mehrmals gezeigt werden (z. B. Titelbild auch am Ende einer kurzen Diashow). Die Show läßt sich in einem Speichermodul abspeichern.

Viel komfortabler ist es jedoch, die entsprechenden Werte über ein Programm am PC einzugeben und damit den Projektor über ein serielles Kabel zu steuern.

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Diasteuer-Programm von Rollei

Das Programm von Rollei erlaubt die Eingabe von Dia-Nummer, Überblend-, Standzeiten und Sondereffekten. Diese Werte können dann ebenfalls in einem Speichermodul abgespeichert werden, womit man PC-unabhängig ist. Der Nachteil dieses Programmes liegt darin, daß

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Diasteuer-Programm m.objects

Anders verhält es sich mit dem Programm m.objects, welches von der Fotosektion bei Bedarf noch anzuschaffen wäre. Damit ist das Zeichnen von genauen Lichtkurven möglich. Ein Dia, welches leicht überbelichtet ist, könnte damit z. B. nur bis etwa 75 % des Gesamtlichtes aufgeblendet werden. Auch muß die Auf- und Abblendung nicht geradlinig erfolgen, sondern könnte 2 eingefrorene Zustände enthalten. Auch ist ein Blinken von Dias möglich.

Natürlich sind solche Sondereffekte und lange Überblendzeiten sparsam zu verwenden. Anfangs neigt man leicht dazu, zu übertreiben. Weniger ist oft mehr. Dies gilt nicht nur für die Anzahl der Dias.

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Musik und Untermalung

Was jetzt noch fehlt, ist die Musik, um eine gute Diashow zu präsentieren. Wird der Projektor händisch gesteuert, kann eine passende Musik dazu abgespielt werden. M.objects erlaubt jedoch, Musikstücke, Geräusche und Stimmen mit den Dias zu koppeln. Es erlaubt, von einer Audio-CD gezielt ein Stück zu spielen. Hier können auch Lautstärke-Kurven darüber gelegt werden, um eine Musik sachte beginnen oder enden zu lassen. Es lassen sich auch Tondateien koppeln, welche entweder am PC abge-speichert wurden oder aufzunehmen sind. So können zu Tieraufnahmen die entsprechenden Tierlaute oder zu Autos ein Motorengeräusch dazugehängt werden. Es lassen sich aber nicht nur ganze Musikstücke verwenden, sondern es kann durch sogenanntes Hard-Disk-Recording knackfrei geschnitten werden. Auch lassen sich mehrere Spuren kombinieren. Z. B. eine für Ansagen, 2 für Musik (damit Musik überlappend aus- und eingeblendet werden kann) und eine 4. für Geräusche / Effekte.

Soll während einer Musik ein Geräusch abgespielt werden, so ist dies oft kaum hörbar. Hier ist es sinnvoll, die Lautstärke-Kurve der Musik auf die Hälfte oder 2/3 abzusenken und nach Ende der Geräuschkulisse wieder auf die ursprüngliche Lautstärke zu erhöhen.

Auch kann bei Schaukeln eines Dias mit einem anderen die Lautstärke variiert werden, sodaß zusätzlich zur anderen Aufnahme aufgrund der Lautstärke der Eindruck verstärkt wird, man befinde sich woanders. Ein Beispiel hiezu sind Tanzaufnahmen. Das eine Dia zeigt die Tänzer von vorne, das andere von hinten. Beide Dias werden zweimal abwechselnd gezeigt. Bei der Sicht von hinten wird die Lautstärke jeweils gesenkt, beim Wechsel auf das andere Bild wird wieder auf die ursprüngliche Lautstärke zurückgegangen.

Welche Musikstücke sollen für welche Dias verwendet werden? Das ist natürlich Geschmackssache. Bei längeren Überblendzeiten eignet sich sanfte, weiche Musik. Werden viele Cuts verwendet, so eignet sich mehr stakkatoähnliche Musik. Ein Aufbrausen in der Musik kann natürlich einen Höhepunkt in der Diashow unterstützen. Ebenso kann die Spannung gesteigert werden, welche sich mit einem Folgedia und der entsprechenden Musik löst. Prinzipiell gilt, daß die Musik nicht eigenständig sein soll, sondern die Diashow unterstützen soll.

Eine gute Methode besteht darin, sich die Eigenschaften einer Dia-Sequenz zu verdeutlichen und eine entsprechende Musik mit den Eigenschaften zu suchen. Optimal wäre, wenn Musikstücke mit Eigenschaften in einer Datenbank gespeichert wären.

Bei öffentlichen Vorführungen sind bei der Musik die Lizenzrechte zu berücksichtigen. Es gibt auch GEMA-, bzw. AKM-freie Musik, bei der die Rechte zur Verwendung bei Kauf schon an den Käufer übertragen werden. Hier sind mitunter schon die Verwendungszwecke und Eigenschaften am Cover beschrieben.

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PC-unabhängige Vorführung

Besitzt man noch das Steuer-Interface m.link und einen CD-Player mit digitalem Ausgang, so erfolgt nicht nur die Wiedergabe der Musik darüber, sondern auch die Steuerung des Projektors. Dabei wird die gesamte Show auf eine Audio-CD gebrannt. Diese läßt sich im digitalen CD-Player abspielen und das Steuerinterface interpretiert die in die Musik hineinverwobenen Steuersignale und schickt sie an den Projektor. Damit ist die Show vom PC unabhängig.

Norbert Bauer

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